
Es gibt eine Krankheit, die die Sojabohnenanbauer so sehr in Angst und Schrecken versetzt hat, dass sie sogar als mögliche Biowaffe eingestuft wurde! Die Sojarostkrankheit wurde erstmals Ende 2004 auf dem amerikanischen Festland entdeckt, nachdem sie durch einen Hurrikan an der Golfküste eingeschleppt worden war. Vor ihrer Entdeckung hier war sie seit Anfang des 20. Jahrhunderts eine Plage in der östlichen Hemisphäre. Heute ist es für Landwirte wichtig zu wissen, was Sojarost ist, welche Symptome Sojarost hat und wie man Sojarost bekämpft.
Was ist Sojarost?
Die Sojarostkrankheit wird durch einen von zwei verschiedenen Pilzen verursacht, Phakopsora pachyrhizi und Phakopsora meibomiae. P. meibomiae, auch als Sojarost der Neuen Welt bezeichnet, ist ein schwächerer Erreger, der in kleinen Gebieten der westlichen Hemisphäre vorkommt. P. pachyrhizi, auch als asiatischer oder australasiatischer Sojarost bezeichnet, ist hingegen weitaus virulenter. Die Krankheit wurde erstmals 1902 in Japan gemeldet und trat nur in tropischen bis subtropischen Regionen Asiens und Australiens auf. Heute hat sie sich jedoch rasant ausgebreitet und kommt nun auch in Hawaii, in ganz Afrika und in weiten Teilen Südamerikas vor.
Symptome von Sojarost
Die Symptome von Sojarost sind mit bloßem Auge nicht zu unterscheiden, wenn sie durch einen der beiden Erreger verursacht werden. Das häufigste Anzeichen für Sojarost ist eine kleine Läsion auf der Oberfläche eines Blattes. Diese Läsion verfärbt sich dunkel und kann dunkelbraun, rotbraun bis hellbraun und graugrün sein. Die Verletzung kann eckig bis kreisförmig sein und zunächst nur so klein wie ein Stecknadelkopf sein. Die Läsionen wachsen oft zusammen und zerstören große Bereiche des Blattgewebes. Sojarost tritt zunächst an den unteren Blättern während oder kurz nach der Blüte auf, aber nach und nach breiten sich die Läsionen auf die mittleren und oberen Blätter der Pflanze aus. Auf der Unterseite der Blätter erscheinen kegelförmige Pusteln, die mit Sporen gefüllt sind. Zunächst erscheinen sie als kleine, erhabene Blasen, aber wenn sie reifen, beginnen sie, helle, pulverförmige Sporen zu produzieren, die sich aus der Pustel heraus türmen. Diese winzigen Pusteln sind mit bloßem Auge schwer zu erkennen, daher hilft ein Mikroskop, die Krankheit in diesem Stadium zu identifizieren. Diese Pusteln können überall an der Pflanze wachsen, sind aber am häufigsten auf der Unterseite der Blätter zu finden. Befallenes Laub kann mosaikartig erscheinen, und die Blätter können vergilben und abfallen. Die Krankheit kann in Gebieten mit Frosttemperaturen nicht überwintern, aber sie kann sich durch den Wind schnell über sehr große Gebiete ausbreiten. Die rasche Entwicklung der Krankheit kann eine Sojabohnenernte dezimieren und zu Blattverlust und vorzeitigem Absterben der Pflanzen führen. In Ländern, in denen Sojarost bereits etabliert ist, liegen die Ernteverluste zwischen 10 % und 80 %, daher ist es unerlässlich, dass Landwirte alles über die Bekämpfung von Sojarost lernen.
Wie man Sojarost bekämpft
Die Sojarostkrankheit gedeiht bei Temperaturen von 8 bis 28 °C (46 bis 82 °F) und langen Perioden mit Blattnässe. Die Sporenproduktion dauert Wochen an, wobei große Mengen in die Luft ausgestoßen werden, wo sie leicht vom Wind verbreitet werden. Sie überlebt die Wintermonate auf Wirtspflanzen wie Kudzu oder einer von über 80 anderen Wirtspflanzen im Süden der Vereinigten Staaten, was ihre Bekämpfung erschwert. Die Zukunft der Bekämpfung von Sojarost hängt von der Entwicklung krankheitsresistenter Sorten ab. An der Entwicklung solcher krankheitsresistenter Sorten wird derzeit gearbeitet, aber zum gegenwärtigen Zeitpunkt weisen die verfügbaren Sojasorten nur eine geringe oder gar keine Resistenz auf. Wie bekämpft man also Sojarost? Blattfungizide sind das Mittel der Wahl, aber nur wenige sind für die Bekämpfung von Sojarost zugelassen. Ihre örtliche Beratungsstelle kann Ihnen dabei helfen, die geeigneten Fungizide zu finden. Fungizide müssen jedoch bei einem frühen Befall angewendet werden und schnell die gesamte Pflanze bedecken. Die Anzahl der erforderlichen Fungizidanwendungen hängt davon ab, wie früh in der Saison die Krankheit entdeckt wird und wie die Wetterbedingungen sind.




