
Wie verbreiten sich Unkräuter? Obwohl sich einige mehrjährige Unkräuter über Ausläufer vermehren, keimen die meisten aus Samen. Wenn Sie nicht besonders gerne Unkraut jäten, ist die Reduzierung der Anzahl von Unkrautsamen in Ihrem Garten eine Möglichkeit, diese routinemäßige Gartenarbeit zu verringern. Wie lange bleiben Unkrautsamen im Boden keimfähig und was trägt zu ihrer Langlebigkeit bei? Finden wir es heraus.
Lassen Sie sie niemals Samen bilden
Wussten Sie, dass die Weißer Gänsefuß pro Pflanze eine halbe Million Samen produziert? Das ist nichts im Vergleich zu den zwei Millionen Samen, die eine einzige Portulakpflanze hervorbringt. Wenn Sie jemals den Spruch „Lassen Sie sie niemals Samen bilden” gehört haben, dann ist das der Grund dafür. Jedes Mal, wenn ein Unkraut Samen in das Gartenbeet fallen lässt, vergrößert sich die Unkrautsamenbank.
Die Samenbank besteht aus der Anzahl der keimfähigen Samen im Boden. Dabei kann es sich um Unkrautsamen handeln, die sich nahe der Oberfläche befinden, oder um solche, die tief im Boden vergraben sind. Die Samenbank ist dafür verantwortlich, neues Unkrautwachstum anzukurbeln. Darüber hinaus können Unkrautsamen in der Samenbank jahrelang, jahrzehntelang und sogar jahrhundertelang im Boden ruhen.
Wie lange halten Samen?
Der Rekord gehört einem 2.000 Jahre alten Dattelpalmen-Samen, der ältesten jemals gekeimten Samenart. Auch Senfsamen sind sehr langlebig, wie die 600 Jahre alten Samen beweisen, die nach ihrer Ausgrabung aus einem dänischen Kloster gekeimt sind. Die Samen der Motten-Königskerze aus einem Forschungsprojekt der Michigan State University waren nach 130 Jahren noch keimfähig.
Glücklicherweise halten sich die meisten Unkrautsamen in Ihrem Gartenboden nicht so lange. Einige, wie das Gewöhnliche Kreuzkraut, sterben innerhalb eines Jahres ab. Die Samen der Königin-Annes-Spitze bleiben einige Jahre lang keimfähig, aber die Kanadische Distel kann bis zu zwei Jahrzehnte überdauern. Es gibt mehrere Faktoren, die beeinflussen, wie lange Unkrautsamen keimfähig bleiben, aber eine der besten Methoden, um Unkraut im Garten zu reduzieren, besteht darin, nicht noch mehr Unkrautsamen auf den Boden fallen zu lassen.
Keimfähigkeit von Unkrautsamen
Samen bestehen aus einem Embryo, Endosperm und einer Samenschale. Der Embryo ist der Anfang einer neuen Pflanze. Das Endosperm speichert die Energie, die die Pflanze zum Wachsen benötigt, bevor sie zur Photosynthese fähig ist. Die Samenschale umhüllt und schützt den Embryo und das Endosperm.
Die Härte der Samenschale ist ein Faktor, der beeinflusst, wie lange ein Samen im Boden keimfähig bleibt. Je härter die Schale, desto besser ist natürlich der Schutz, den sie bietet. Eine harte Samenschale verringert auch die Gefahr, dass der Samen gefressen wird, da sie die Freisetzung von Gerüchen verhindert. Samen sind eine nahrhafte Nahrungsquelle für Würmer, Insekten, Mäuse und Vögel. Schätzungsweise 50 % der Samen werden von diesen Tieren gefressen.
Weitere Faktoren, die zur Langlebigkeit von Unkrautsamen beitragen, sind:
- Tiefe – Durch das Pflügen werden Samen von der Oberfläche in tiefere Bodenschichten verbracht. Je tiefer der Samen im Boden liegt, desto länger bleibt er keimfähig. So überleben beispielsweise Samen der Riesenfuchsschwanzgrasart ein bis zwei Jahre in Bodennähe, können aber bis zu 39 Jahre keimfähig bleiben, wenn sie tief im Boden vergraben sind.
- Monokotyledonen vs. Dikotyledonen – Insgesamt bleiben Samen von breitblättrigen Unkräutern tendenziell länger keimfähig als die von Grasarten. Die Samen vieler einjähriger Grasunkräuter, wie z. B. Trespe, keimen nach zwei bis drei Jahren wahrscheinlich nicht mehr. Einige Samen von breitblättrigen Unkräutern, wie z. B. Krauser Ampfer und Ackerwinde, sind Jahrzehnte lang keimfähig.
- Arten – Nicht alle Samen sind so programmiert, dass sie keimen, sobald die Bedingungen stimmen. Viele Unkrautarten, wie beispielsweise das Knöterichgras, verfügen über eingebaute Auslöser, die die Keimruhe verzögern. Samen, die während der gesamten Vegetationsperiode oder sogar in den folgenden Jahren keimen, ermöglichen es einigen Nachkommen, unter günstigeren Bedingungen zu wachsen, und tragen dazu bei, das Überleben der Art zu sichern.
Auch wenn es entmutigend sein kann, zu erkennen, dass man möglicherweise noch jahrelang gegen Unkraut kämpfen muss, ist die Reduzierung der Anzahl der Samen, die in die Samenbank gelangen, ein guter Anfang, um den Kampf aufzunehmen. Durch die Solarisation des Bodens können langlebige Samen in der Nähe der Oberfläche abgetötet werden, und durch flaches Pflügen wird die Anzahl der keimfähigen Samen, die an die Oberfläche gelangen, reduziert.




