
Die meisten von uns haben zwei besondere Orte. Der erste Ort ist der, an dem man lebt, und der zweite Ort ist der, an dem man arbeitet. Nicht jeder hat das Glück, eine Wohnung und einen Arbeitsplatz zu haben, aber die meisten von uns haben das – und manchmal gibt es sogar noch einen dritten Ort.
Ein „dritter Ort” bezeichnet einen zusätzlichen sozialen Rahmen, der keiner der beiden ersten Orte ist, einen Ort, den wir häufig besuchen und an dem wir uns wohlfühlen. Für manche Menschen erfüllen Cafés und Kneipen diese Rolle – insbesondere in Europa. Hier in den Vereinigten Staaten wurde Starbucks mit Blick auf diese Rolle entwickelt. Aber auch ein Garten kann ein „dritter Ort” sein.
Was ist ein dritter Ort?
Die Theorie des dritten Ortes ist ein Konzept, das vom Soziologen Ray Oldenburg entwickelt wurde, der diesen Begriff in seinem Buch „The Great Good Place” beschrieb. Die Idee fand großen Anklang und das Konzept fand weltweit Resonanz.
Ein dritter Ort – oder dritter Raum – ist ein Ort, an dem Menschen alte Freunde treffen und neue Freunde finden. Es sind Orte, die Nachbarschaftlichkeit fördern, ein Gefühl der Zugehörigkeit zur Gesellschaft schaffen, die Akzeptanz von Vielfalt erweitern und Höflichkeit und Vertrauen fördern. Sie bieten eine gemütliche und einladende Atmosphäre außerhalb von Zuhause und Arbeit, in der Menschen Kontakte knüpfen und Gemeinschaften aufbauen können.
Vorteile von dritten Orten
Dritte Orte sind gut für die psychische Gesundheit des Einzelnen. Sie kommen auch der Gemeinschaft zugute, indem sie das Zugehörigkeitsgefühl der Bewohner fördern. Tatsächlich sind dritte Orte nach der Theorie der dritten Orte wichtige Elemente der Gesellschaft, die für den Aufbau starker Gemeinschaften unerlässlich sind.
Heute sind sich viele Stadtplaner einig und beziehen das Konzept sogar in ihre Stadtplanung mit öffentlichen Parks, öffentlichen Parklets und kleinen, grünen Treffpunkten ein, die über die Stadt verteilt sind. Öffentliche dritte Orte helfen neuen Bewohnern, sich in eine Nachbarschaft zu integrieren, und mildern die soziale Isolation, die durch die zunehmende Urbanisierung und Bevölkerungsmobilität entsteht.
Einer der Reize eines dritten Ortes besteht darin, dass er weder mit dem Zuhause noch mit der Arbeit in Verbindung steht. An einem dritten Ort sind alle gleich und frei von Verpflichtungen. Alte Freunde werden wiedererkannt, aber auch Neuankömmlinge sind willkommen, wobei der Schwerpunkt auf ungezwungener und lebhafter Geselligkeit liegt. Dritte Orte befinden sich idealerweise in der Nähe des Wohnortes, sodass man sie zu Fuß erreichen kann, was bedeutet, dass man Nachbarn trifft, die zu Freunden werden können. Verbindungen, die man durch gemeinsame Interessen, Aktivitäten oder Hobbys knüpft, können zu echten Freundschaften führen.
Was macht einen guten dritten Ort aus? Dritte Orte können Cafés, Kneipen, religiöse Stätten, öffentliche Fitnessstudios oder Parks sein. Die letztgenannte Option hat viele besondere Vorteile.
Warum Gärten ideale dritte Orte sind

Kann ein Garten ein dritter Ort sein? Ja, das kann er, und manche Menschen halten ihn sogar für den perfekten dritten Ort. Gärten mit ihrer Mischung aus Bäumen, Sträuchern und Blumen fördern die Verbindungen zwischen Flora und Fauna, einschließlich Bestäubern. Aber sie bieten auch Frieden, Ruhe und die Möglichkeit, mit den Menschen in Kontakt zu treten, die sie genießen.
Sind Sie noch nie in einen botanischen Garten oder einen öffentlichen Park gelaufen, um dem Chaos des Alltags zu entfliehen? Und die Chancen stehen gut, dass Sie dort nicht allein sind und bald mit anderen ins Gespräch kommen. Die Ruhe der natürlichen Umgebung fördert soziale Interaktion und zwischenmenschliche Bindungen.
Dies gilt insbesondere für öffentliche oder Gemeinschaftsgärten, die von Freiwilligen gepflegt werden und in denen sich andere Gärtner treffen, um Gartenarbeit zu verrichten, mit der Natur zu interagieren und die Gemeinschaft zu genießen. Gärten, die von Gemeinschaftsgruppen gepflegt werden, bringen Freiwillige wirklich zusammen und bieten natürliche Schönheit, zwischenmenschliche Interaktion und gemeinschaftliches Engagement. Insgesamt stärkt die Einrichtung eines Gemeinschaftsgartens als dritter Ort die Widerstandsfähigkeit der Gemeinschaft.




