
Für viele Menschen sind Pflanzen nur grüne Wesen, die vielleicht Blumen oder Nahrung produzieren oder auch nicht. Sie denken nicht tiefgründig über Flora nach, sondern betrachten sie eher oberflächlich. Aber haben Pflanzen Erinnerungen? Können Pflanzen lernen? Überraschenderweise scheinen Studien zu diesem Thema zu zeigen, dass erlerntes Verhalten von Pflanzen ihr ganzes Leben lang erhalten bleibt und in einigen Fällen sogar an nachfolgende Generationen weitergegeben wird.
Das Bewusstsein von Pflanzen ist ein Thema der Forschung. Wie lernen Pflanzen, oder lernen sie überhaupt? Haben Pflanzen Erinnerungen wie wir, oder gehen sie einfach ihren angeborenen Bedürfnissen nach? Menschen haben Erinnerungen und bewahren sie fast ihr ganzes Leben lang. Und unsere Erinnerungen helfen uns zu lernen und uns weiterzuentwickeln. Pflanzen haben möglicherweise ähnliche Impulse, die ihnen helfen zu überleben.
Können Pflanzen lernen?
Von allen Eigenschaften, die ein Botaniker oder Pflanzenwissenschaftler untersuchen könnte, stand die Frage, ob eine Pflanze lernfähig ist, lange Zeit ganz unten auf der Liste. In letzter Zeit haben Wissenschaftler jedoch das erlernte Verhalten von Pflanzen untersucht. Bei der empfindlichen Pflanze wurde ein Test durchgeführt, um festzustellen, ob sie nach einer Pause auf einen Reiz reagieren kann. Zunächst wurden die Pflanzen wiederholt fallen gelassen, was eine Reaktion in Form von geschlossenen Blättern auslöste. Nach vielen Stürzen reagierten die Pflanzen nicht mehr auf die Aktion und die Blätter blieben offen. Nach einigen Tagen wurden die Pflanzen erneut getestet, und sie schlossen ihre Blätter immer noch nicht. Dies führte zu der Theorie, dass die Pflanzen gelernt hatten, dass das Fallenlassen keine Bedrohung darstellte. Da die Reaktion anhielt, ging man davon aus, dass die Pflanzen gelernt und die Erinnerung gespeichert hatten.
Wie lernen Pflanzen?
Viele von uns sprechen mit ihren Zimmerpflanzen. Das soll angeblich zu glücklicheren und gesünderen Pflanzen führen. Oder sind wir alle verrückt? Laut der Forscherin Monica Gagliano, die sich mit empfindlichen Pflanzen beschäftigt, verfügen Pflanzen über ein kalziumbasiertes Signalnetzwerk in ihren Zellen. Dies ähnelt der Gedächtnisreaktion eines Tieres. Unsere Zimmerpflanzen reagieren möglicherweise auf den Klang unserer Stimmen, ähnlich wie unsere Haustiere. Das ist beruhigend und bedeutet Wasser, Nahrung und sanfte Pflege. Aber sind nicht Tiere die intelligenten Wesen mit Lernfähigkeiten, während Pflanzen sesshafte Lebewesen ohne kognitives Bewusstsein sind? Das war bisher die traditionelle Denkweise, die jedoch durch solche Studien auf den Kopf gestellt wird.
Die Zukunft der Pflanzenforschung
Pavlov untersuchte bekanntlich die Reaktionen von Tieren auf wiederholte Reize. Er führte Experimente an Hunden durch, die zur klassischen Konditionierung führten. Dabei handelt es sich um eine Messung der Verbindung zwischen Reiz und Reaktion. Die moderne Wissenschaft interessiert sich für die Reaktionen von Pflanzen auf Reize. In Versuchen mit Bienen gilt eine Reaktion auf Reize, die 24 Stunden anhält, als langfristig. Die empfindlichen Pflanzen zeigten 3 Tage später eine Reaktion, was als signifikant angesehen wird. Studien an Pflanzenzellen haben gezeigt, dass Embryozellen wie Gehirnzellen funktionieren und anzeigen, wann die Pflanze zu wachsen beginnen soll. Diese Art von Reaktionen ähneln dem Gedächtnis und können einer Pflanze mit der Zeit helfen, richtig auf verschiedene Umweltreize zu reagieren. Dies könnte dazu führen, dass Pflanzen in Zukunft darauf trainiert werden können, positiv auf schwierige Bedingungen zu reagieren.




