
Eine invasive Pflanze wird in der Regel als nicht heimisch beschrieben, die absichtlich oder versehentlich in ein Gebiet eingeführt wurde. Aber kann eine heimische Art invasiv sein? Heimische invasive Arten sind ein heißes Thema in der Ökologie und Klimawissenschaft. Es gibt Argumente dafür, dass einige Pflanzen in oder in der Nähe ihrer heimischen Verbreitungsgebiete zu einem Problem geworden sind.
Einheimische Arten vs. invasive Arten
Eine einheimische Art ist eine indigene Pflanze, die sich an ihrem Standort und ohne menschliches Zutun entwickelt hat. Eine nicht heimische Art ist eine Art, die durch menschliches Handeln absichtlich oder unbeabsichtigt in ein anderes Gebiet verbracht wurde.
Nicht alle nicht heimischen Arten sind invasiv. Eine Pflanze gilt als invasiv, wenn sie folgende Merkmale aufweist:
- Sie ist nicht in ihrem derzeitigen Wachstumsgebiet heimisch.
- Sie wurde durch menschliche Aktivitäten außerhalb ihres heimischen Verbreitungsgebiets eingeführt.
- Sie schadet dem lokalen Ökosystem oder der lokalen Wirtschaft.
Beispielsweise ist Knoblauch-Senf eine invasive Art, die von Siedlern in Nordamerika als Nahrungsmittel und wegen ihrer medizinischen Eigenschaften eingeführt wurde. Er ist schädlich für das heimische Ökosystem, da er einheimische Arten verdrängt und in Waldgebieten riesige Monokulturen bildet.
Ein Beispiel für eine invasive Pflanze, die wirtschaftlichen Schaden verursacht, ist die Kudzu-Rebe, die einen Großteil des Südens erobert hat. Sie hat die Wirtschaft in mehreren Branchen Millionen Dollar an Produktivität gekostet. Energie- und Forstunternehmen zahlen beispielsweise Millionen, um den Befall durch die Rebe zu bekämpfen.
Kann eine einheimische Pflanze invasiv sein?
Die Eigenschaften einer invasiven Pflanze scheinen der Definition einer einheimischen Art zu widersprechen, aber es gibt Fälle, in denen einige einheimische Pflanzen problematisch, vielleicht sogar invasiv werden.
Ökologische Veränderungen sind die treibende Kraft hinter der Ausbreitung einheimischer Arten außerhalb ihres üblichen Verbreitungsgebiets. Die Auswirkungen dieser Verschiebung können negativ, positiv oder gemischt sein, je nach Perspektive und dem Ausmaß der Veränderungen, die sie für den neuen Lebensraum mit sich bringt.
Ein Beispiel für eine einheimische Pflanze, die sich derzeit ausbreitet, ist die Robinie. Mehrere Bundesstaaten in Neuengland betrachten sie als invasiv. Sie ist weiter südlich heimisch und hat sich nach Norden in neues Gebiet ausgebreitet. Macht sie das zu einer invasiven Pflanze? Was treibt diese Veränderung an?
Wenn eine Pflanze auf diese Weise in ein neues Gebiet vordringt, kann dies ein Zeichen für Umweltzerstörung sein. Die Pflanze nutzt den Rückgang anderer Arten aus und breitet sich aus. Es kann sich aber auch einfach um eine Umweltveränderung handeln. Die Wanderung der Robinie nach Norden ist wahrscheinlich ein Zeichen für den Klimawandel.
Wandernde einheimische Arten
Ein Beispiel für Letzteres aus der Vergangenheit reicht bis zur letzten Eiszeit zurück. Als sich die Gletscher aus dem Osten der USA zurückzogen, wuchsen auf den frei gewordenen Flächen Eschen, Eichen und Birken. Später kam dann die amerikanische Kastanie hinzu und verdrängte viele der früheren Arten. Dies hatte natürlich nichts mit menschlichem Eingreifen zu tun. Heute scheinen solche Umweltveränderungen bedrohlicher zu sein, da der Mensch wahrscheinlich eine Rolle bei der Erwärmung des Klimas spielt.
Wenn einheimische Arten in neue Gebiete vordringen, bringen sie unweigerlich Veränderungen mit sich. Ob sie dadurch invasiv werden, hängt von mehreren Faktoren ab. Es bleibt abzuwarten, inwieweit die Robinie das bestehende Ökosystem in Neuengland verändern wird und ob dies schlecht, gut oder einfach nur neutral ist.
Ist die östliche Rotzeder invasiv?
Ein weiteres Beispiel ist die östliche Rotzeder. Sie ist in der östlichen Hälfte Nordamerikas beheimatet und wandert nach Westen. Dies ist für viele Menschen besorgniserregend, da sie in Grasland und Prärien vordringt, ein völlig anderes Ökosystem als Wälder. Die verbliebenen Graslandschaften sind die Überreste eines historisch ausgedehnten Ökosystems. Viele Menschen befürchten, dass sie das, was noch übrig ist, verlieren könnten.
Die Frage, ob einheimische Arten invasiv sein können, lässt sich nicht eindeutig beantworten. Forscher arbeiten in mehreren Bereichen daran, die potenziellen Veränderungen zu ermitteln, die auftreten könnten, wenn Pflanzen in neue Gebiete vordringen und Druck auf andere einheimische Arten ausüben.




