
Die Winde hat ihren Namen aufgrund ihrer leuchtend weißen, roten, rosa, blauen oder violetten trichterförmigen Blüten, die sich morgens öffnen und nachmittags wieder schließen. In der Geschichte Mittelamerikas hatte Ipomoea purpurea, die wir als gewöhnliche Winde kennen, jedoch auch andere, ungewöhnlichere Namen, wie zum Beispiel:
- Bajicillo: kleine Ranke
- La’aja Shnash: Samen der Jungfrau
- Mantos de Cielo: Mantel des Himmels
- Ma’sung Pahk: Knochen der Kinder
- Mehen Tu’Xikin: kleines stinkendes Ohr
- Pih Pu’ucte’sh: Blume der zerbrochenen Teller
- Quiebraplato: Zerstörer der Teller
- Tlitliltzin: schwarzer Gott
- Xha’il: der aus dem Wasser
Die Geschichte der Winde in den tropischen Regionen Amerikas reicht bis zu den Azteken und Mayas zurück.
Geschichte der Winden
Winden wurden von den alten Mayas, Azteken und Indianerstämmen Mexikos wegen ihrer spirituellen Eigenschaften, die ihnen zugeschrieben wurden, sehr verehrt. Die Samen wurden aufgrund ihrer psychoaktiven Eigenschaften für Visionssuchen und zur Kommunikation mit den Göttern verwendet.
Die Azteken glaubten, dass Pflanzen Geister hätten und bestimmte Pflanzen wie Peyote, Salvia und Winde besondere Geister hätten, die direkt mit den Göttern kommunizieren könnten. In ähnlicher Weise glaubten die Indianerstämme der Chental und Mazatec, dass ein hochentwickelter Geist in Winden lebte. Die Samen der Winden wurden speziell zubereitet und den Hohepriestern oder Schamanen gegeben, um Visionen hervorzurufen und ihnen die Kommunikation mit den Göttern zu ermöglichen.
Ein altes Rezept besagt ausdrücklich, dass 26 Samen von einer 10- bis 15-jährigen Jungfrau gemahlen, dann mit Wasser vermischt und einem Schamanen gegeben werden sollten. Die Halluzinationen, die diese Samen auslösten, galten als Kommunikation mit dem Göttlichen. VERSUCHEN SIE DAS NICHT! Winden-Samen enthalten Giftstoffe, die zu schwerer Übelkeit führen können. Viele im Handel erhältliche Samen sind außerdem mit giftigen Fungiziden und anderen Chemikalien behandelt. Tatsächlich ist der Verzehr von Winden-Samen in den meisten Teilen der Welt illegal.
Hybride Sorten von Winden, wie „Flying Saucer”, „Pearly Gates” und „Heavenly Blue”, beschreiben nicht nur die farbenfrohen Blüten dieser Sorten, sondern scheinen auch auf die psychoaktiven Eigenschaften und die Geschichte der Verbindung der Winde mit den Göttern anzuspielen.
Windenpflanzen züchten
Winden sind mehrjährige Pflanzen, werden jedoch häufig als einjährige Pflanzen angebaut. Die Ranke kann je nach Sorte 3 bis 9 Meter oder höher werden. Einige Sorten können leuchtende, trichterförmige Blüten mit einem Durchmesser von bis zu 20 cm haben, aber die meisten Windenarten haben Blüten mit einem Durchmesser von 10 cm. Nachdem die Blüten verblüht sind und abgefallen sind, entwickeln sich runde, hellbraune Samenkapseln mit dunkelbraunen Samen, die orangefarbene Keile bilden. Diese Samen werden mit zunehmender Reife braun, dann öffnet sich die Kapsel schließlich und verstreut die Samen. Winden haben sehr harte Samen, daher empfiehlt es sich, die Samen vor dem Pflanzen anzukratzen und/oder in warmem Wasser einzuweichen, um schnellere Ergebnisse zu erzielen. Säen Sie die Samen direkt an der Stelle aus, an der sie wachsen sollen, da Winden nach dem Keimen nicht gerne umgepflanzt werden. Die Samen sollten ¼ bis ½ Zoll tief und in einem Abstand von 4 bis 6 Zoll gepflanzt werden. Winden benötigen während der Wachstumsperiode viel Wasser, vertragen jedoch keine zu feuchten oder fruchtbaren Böden.




