Ich war skeptisch gegenüber Pamela Andersons eigenartigem Gartenritual – aber ein Gartentherapeut sagte mir, dass es das Geheimnis sein könnte, das Sie und Ihre Pflanzen glücklich macht.

In ihrem Interview mit Elle Decor verriet Pamela Anderson ein überraschendes Hobby. Nein, nicht, dass sie gärtnert. Das wissen wir alle! Die eigentliche Überraschung ist, dass sie ihren Blumen in ihrem Garten auf Vancouver Island vorliest. Das rückt die Idee der Pflanzenpflege sofort in ein langsameres und sanfteres Licht. Wie sie es einfach ausdrückte: „Ich lese meinen Pflanzen Gedichte vor.“

Das ist eine ziemlich charmante Aussage, die bei mir auch einige Fragen aufgeworfen hat. Profitieren Pflanzen tatsächlich davon, wenn man ihnen vorliest? Oder geht es dabei eher um die Person, die im Garten vorliest, als um den Garten selbst? Die Antwort: anscheinend ein bisschen von beidem.

Warum Pamela Anderson ihrem Garten vorliest

Pamelas Gartenphilosophie dreht sich ganz um Präsenz und Ruhe. In dem Interview beschrieb sie ihre Zeit draußen in ihrem Garten als sehr erdend und verriet, dass sie es genießt, in der Natur zu sein, weil sie dort entschleunigen und aufmerksam sein kann.

Die Einstellung ist entscheidend. Ob sie nun ihren Blumen Gedichte vorliest oder einfach nur Zeit unter ihnen verbringt, diese Praxis fördert die Beobachtungsgabe, auf die jeder gesunde Garten angewiesen ist. Das klingt zwar wie eine uralte mystische Tradition, ist aber eigentlich nichts Neues.

Gary Altman, Dozent und Direktor des Gartenbau-Therapieprogramms an der Rutgers University, erzählt uns: „Ich habe die Kommentare von Pamela Anderson zum Thema ‚Mit Pflanzen sprechen‘ gesehen, aber ich habe schon seit meiner Kindheit von dieser Praxis gehört, und noch mehr, seit ich meine Karriere in der Gartenbau-Therapie begonnen habe.“

Reagieren Pflanzen tatsächlich auf Stimmen?

Aus wissenschaftlicher Sicht verarbeiten Pflanzen keine Sprache. Sie werden durch Gedichte nicht beruhigt und erschrecken sich nicht vor Buchspoilern. Altman sagt: „Aus meiner Sicht können Pflanzen keine Stimmen ‚hören‘, aber sie reagieren auf Vibrationen (wie Wind und Berührungen), und Schallwellen sind nur eine andere Art von Vibrationen.“

Einige Studien besagen, dass Pflanzen positiv auf bestimmte Vibrationen reagieren und dadurch ein verbessertes Wachstum oder eine verbesserte Stressreaktion zeigen; das bedeutet jedoch nicht, dass sie die Worte verstehen können.

Altman sagt uns: „Es gibt keine Beweise dafür, dass Pflanzen die menschliche Sprache verstehen – die positiven Effekte kommen von den physischen Schwingungen, nicht vom Verstehen der Sprache.“

Pamelas Blumen folgen also zwar nicht der Handlung eines ihrer Bücher, profitieren aber dennoch von ihrer Anwesenheit.

Der wahre Vorteil: Aufmerksamkeit und Beständigkeit

Altman sagt: „Aus Sicht der Gartentherapie liegt der Grund dafür, dass wir positive Auswirkungen sehen, wenn jemand mit seinen Pflanzen spricht, darin, dass die Person langsamer wird und ihnen mehr Aufmerksamkeit schenkt.“

Wenn Sie Ihren Pflanzen vorlesen und tatsächlich Zeit mit ihnen verbringen, fallen Ihnen kleine Dinge mehr auf. Sie bemerken beispielsweise vergilbte Blätter, entdecken Schädlinge früher, gießen die Pflanzen ausreichend und schneiden sie zurück, wenn es nötig ist. Einfach ausgedrückt verbessert diese Praxis Ihre Pflegegewohnheiten.

Altman erklärt: „In diesem Sinne kommt das Sprechen mit Pflanzen den Pflanzen indirekt zugute, indem es die Aufmerksamkeit und Konsequenz des Gärtners bei der Pflege verbessert.“

Das ist der eigentliche Wachstumsfaktor.

Achtsame Alternativen, wenn das Sprechen unangenehm ist

Auch wenn sich nicht jeder wohl dabei fühlt, einem Ficus seine innere Welt zu erzählen, ist Pamelas Ansatz doch irgendwie poetisch. Altman stimmt dem zu und sagt: „Was achtsame Tipps für Menschen angeht, denen es unangenehm ist, mit Pflanzen zu sprechen (ich gehöre zu diesen Menschen) … man muss nicht mit seinen Pflanzen sprechen, um sie gut zu pflegen.“

Stattdessen kann man diese praktischen Schritte ausprobieren, bei denen es darum geht, langsamer zu werden und im Moment zu sein.

  • Beobachtung am Morgen: Schauen Sie sich Ihre Pflanzen bei natürlichem Licht genau an, wenn Sie sie gießen, um sich anzugewöhnen, Veränderungen wahrzunehmen.
  • Berührungsbasierte Achtsamkeit: Berühren Sie den Boden, um die Feuchtigkeit zu fühlen, und achten Sie auf die Beschaffenheit der Blätter; dies hilft Ihnen, Ihre sensorische Wahrnehmung zu schulen. Um die Bodenfeuchtigkeit zu testen, probieren Sie diesen Bodenfeuchtigkeitsmesser von Amazon aus.
  • Beschreiben Sie sich Ihre Pflegehandlungen, während Sie sie ausführen: Wenn Sie sagen: „Dieses Blatt ist gelb, also entferne ich es“, verstärkt dies die Idee der bewussten Pflege.
  • Verfolgen Sie wöchentliche Veränderungen: Führen Sie ein Pflanzen-Tagebuch, damit Sie im Laufe der Zeit Muster erkennen können. Dieses Tagebuch von Target ist ein geführtes Tagebuch, in dem Sie nach dem Namen der Pflanze, ihren Anforderungen an Wasser, Erde usw. gefragt werden.

Schaffen Sie ein Ritual, keine Performance

Pamela hat gesagt, dass sie sich in ihrem Garten am meisten wie sie selbst fühlt. In Ihrem Garten können Sie ruhig, aufmerksam und langsam sein. Diese Energie ist viel wichtiger als jedes spezifische Ritual.

Wie auch immer Ihre Art der Pflege aussieht – Gedichte, Stille oder einfach nur bewusstes Gießen –, das Ergebnis ist immer dasselbe: bessere Pflege.

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Sollten Sie also Ihren Pflanzen vorlesen?

Fazit: Wenn es Ihnen Frieden bringt, Ihren Pflanzen vorzulesen, tun Sie es. Wenn es sich super seltsam anfühlt, lassen Sie es sein. Wie Altman sagt: „Aufmerksamkeit, Beobachtung und Beständigkeit sind für das Pflanzenwachstum viel wichtiger als Worte.“

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