Sollte man eine Baumwunde versiegeln?

Ein Baumschnitt-Versiegelungsmittel ist ein Produkt, das angeblich Bäumen dabei hilft, Schnittwunden zu heilen. Es hat etwas Beruhigendes, etwas Zähflüssiges über den Schnittbereich eines Astes oder Stammes zu streichen, aber hilft es auch? Im Allgemeinen lautet die Antwort nein, obwohl es eine Ausnahme für die Verwendung von Baumschnittfarbe bei Eichen gibt.

Bevor Sie ein Baumwundverschlussmittel verwenden, lohnt es sich, herauszufinden, was Experten zu diesem Thema sagen. Lesen Sie weiter, um einen Überblick zu erhalten.

Die Idee hinter einem Baumschnitt-Versiegelungsmittel

Ein Baumwundverschlussmittel ist ein im Handel erhältliches Produkt, das auf den Schnittbereich eines kürzlich beschnittenen Baumes oder Strauchs aufgetragen wird. In vielerlei Hinsicht erscheint die Idee, eine Baumwundversiegelung aufzutragen, für einen Gärtner sinnvoll, da sie eine Art Pflaster für die Pflanze darstellt. In der Regel ist dies jedoch keine gute Idee.

Wenn Sie lebendes Holz von einem Baum abschneiden oder stutzen, verringern Sie immer dessen Potenzial, Sonnenlicht und Sauerstoff in Energie umzuwandeln. Durch das Beschneiden entsteht außerdem eine Wunde in der Holzpflanze, deren Heilung Energie erfordert.

Dennoch ist das Beschneiden oft notwendig, um die Aststruktur eines Baumes zu formen oder beschädigtes oder krankes Holz zu entfernen. Da durch das Beschneiden Öffnungen im Holz entstehen, durch die Insekten und Krankheiten eindringen können, erscheint es sinnvoll, nach dem Beschneiden eine Baumwundverschlusspaste oder ein Versiegelungsmittel aufzutragen.

Bäume heilen ihre eigenen Wunden

Holzige Pflanzen gibt es schon so lange wie uns Menschen auf diesem Planeten und sie haben ihre eigenen natürlichen Abwehrmechanismen entwickelt. Während wir glauben, dass ein Baum eine Wunde „heilt“, heilt eine Holzpflanze diese eigentlich nicht, sondern isoliert den Schaden, indem sie eine Art Holz über der Wunde bildet, das schädliche Organismen abwehrt. Dies wird als Kompartimentierung bezeichnet.

Wie funktioniert das? Nachdem ein Baum beschnitten wurde, bildet er an den Rändern der Schnittwunde Kallusgewebe, das sich langsam zur Mitte des freiliegenden Bereichs hin ausbreitet. Vorausgesetzt, dass die Schnitte sorgfältig und korrekt ausgeführt wurden, dehnt sich das neue Holz langsam aus, bis es die gesamte Wunde bedeckt.

Dieser natürliche Prozess macht Schnittverschlüsse völlig überflüssig und schadet dem Baum sogar. Das Abdecken von Wunden mit Baumwundversiegelung verhindert den natürlichen Verlauf des Oxidationsprozesses, was die Kallusbildung verlangsamt. Betrachten Sie die Werbung für diese Baumversiegelungsmittel eher als Werbestrategie denn als etwas, das den Bäumen hilft.

Das Streichen einer Baumschnittwunde ist nur dann sinnvoll, wenn eine Eiche im Frühjahr oder Sommer beschnitten werden muss. Im Allgemeinen sollte dies vermieden werden, da durch die Wunden Eichenwelke eindringen kann. Es wird empfohlen, die Wunde mit Latex-Hausfarbe zu überstreichen. Im Winter beschnittene Eichenwunden müssen nicht überstrichen werden.

Richtige Schnitttechniken

Gute Baumschnitttechniken unterstützen den natürlichen Kompartimentierungsprozess eines Baumes. Verwenden Sie zunächst scharfe, desinfizierte Schnittwerkzeuge und führen Sie saubere, glatte Schnitte aus. Vermeiden Sie es, Aststümpfe zu hinterlassen, mit Ausnahme der kleinen Astkragen aus Holz an den Astansätzen.

Vielleicht haben Sie schon von der von Experten empfohlenen „Drei-Schnitt-Methode” zum Entfernen größerer Äste gehört. Der erste Schnitt ist ein leichter Schnitt an der Unterseite des Astes in einem gewissen Abstand über der Stelle des letzten Schnitts. Der zweite Schnitt erfolgt an der Oberseite des Astes über dem Unterschnitt. Dadurch wird das Gewicht des Astes entfernt, um ein Abstreifen der Rinde zu verhindern. Führen Sie den letzten Schnitt direkt außerhalb des Astkragens aus.

Schreibe einen Kommentar