
Vielleicht ist Ihnen Glyphosat nicht geläufig, aber es ist der Wirkstoff in Herbiziden wie Roundup. Es ist eines der am häufigsten verwendeten Herbizide in den USA und seit 1974 für den Gebrauch zugelassen. Aber ist Glyphosat gefährlich? Bislang gab es einen bedeutenden Fall, in dem einem Kläger eine hohe Entschädigung zugesprochen wurde, weil das Gericht feststellte, dass sein Krebs durch die Verwendung von Glyphosat verursacht worden war. Dies gibt jedoch keinen vollständigen Überblick über die potenziellen Gefahren von Glyphosat.
Über Glyphosat-Herbizide
In den Vereinigten Staaten sind über 750 Produkte erhältlich, die Glyphosat enthalten, wobei Roundup das am häufigsten verwendete ist. Es wirkt, indem es Pflanzen daran hindert, bestimmte Proteine zu produzieren, die sie für ihr Wachstum benötigen. Es handelt sich um ein nicht-selektives Produkt, das von den Blättern und Stängeln der Pflanzen aufgenommen wird. Auf Tiere hat es keine Wirkung, da diese Aminosäuren auf andere Weise synthetisieren.
Glyphosat-Herbizidprodukte sind als Salze oder Säuren erhältlich und müssen mit einem Tensid gemischt werden, damit das Produkt auf der Pflanze haften bleibt. Das Produkt tötet alle Teile der Pflanze ab, einschließlich der Wurzeln.
Ist Glyphosat gefährlich?
Im Jahr 2015 kam eine Gruppe von Wissenschaftlern der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Studien zur Toxizität für den Menschen zu dem Schluss, dass die Chemikalie wahrscheinlich krebserregend ist. Frühere Studien der WHO zu potenziellen Gefahren von Glyphosat bei Tieren fanden jedoch keinen Zusammenhang zwischen Glyphosat und Krebs bei Tieren.
Die EPA stellte fest, dass es sich nicht um ein Entwicklungs- oder Reproduktionstoxin handelt. Sie stellte außerdem fest, dass die Chemikalie für das Immun- oder Nervensystem nicht toxisch ist. Dennoch stufte die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) Glyphosat 2015 als krebserregend ein. Sie stützten ihre Schlussfolgerung auf die Ergebnisse mehrerer wissenschaftlicher Studien, darunter ein Bericht des Wissenschaftlichen Beirats der EPA (Quelle: https://beyondpesticides.org/dailynewsblog/2015/03/glyphosate-classified-carcinogenic-by-international-cancer-agency-group-calls-on-u-s-to-end-herbicides-use-and-advance-alternatives). Darin heißt es auch, dass die EPA Glyphosat ursprünglich 1985 als mögliches Karzinogen eingestuft hatte, diese Einstufung jedoch später änderte.
Darüber hinaus hat sich gezeigt, dass viele Glyphosatprodukte, wie z. B. Roundup, schädlich für Wasserlebewesen sind, sobald sie in Flüsse und Bäche gelangen. Einige der inerten Inhaltsstoffe in Roundup haben sich als giftig erwiesen. Außerdem hat sich gezeigt, dass Glyphosat Bienen schädigt.
Was bedeutet das für uns? Vorsicht.
Informationen zum Einsatz von Glyphosat
Aufgrund der Unsicherheit verbieten oder beschränken viele Regionen tatsächlich die Verwendung der Chemikalie, insbesondere auf Spielplätzen, in der Umgebung von Schulen und in öffentlichen Parks. Der Bundesstaat Kalifornien hat sogar eine Warnung zu Glyphosat herausgegeben, und sieben Städte in Kalifornien haben dessen Verwendung vollständig verboten.
Der beste Weg, um gefährliche Auswirkungen zu minimieren, ist die Befolgung von Vorsichtsmaßnahmen bei der Verwendung von Glyphosatprodukten. Jedes Produkt enthält detaillierte Informationen zur Verwendung von Glyphosat und Gefahrenhinweise. Befolgen Sie diese sorgfältig.
Darüber hinaus sollten Sie die folgenden Vorsichtsmaßnahmen beachten:
- Vermeiden Sie die Verwendung des Produkts bei windigem Wetter, da es auf benachbarte Pflanzen gelangen kann.
- Tragen Sie Kleidung, die Arme und Beine bedeckt.
- Tragen Sie eine Schutzbrille, Handschuhe und eine Gesichtsmaske, um die Exposition zu begrenzen.
- Berühren Sie weder das Produkt noch die damit benetzten Pflanzen.
- Waschen Sie sich nach dem Mischen oder Sprühen von Glyphosat immer gründlich.
Alternativen zur Verwendung von Glyphosat
Das traditionelle Jäten von Unkraut von Hand ist zwar immer die sicherste Methode zur Unkrautbekämpfung, aber Gärtner haben möglicherweise nicht die Zeit oder Geduld für diese mühsame Gartenarbeit. In diesem Fall sollten Alternativen zur Verwendung von Glyphosat in Betracht gezogen werden, wie z. B. natürliche Herbizide – darunter BurnOut II (aus Nelkenöl, Essig und Zitronensaft) oder Avenger Weed Killer (aus Zitrusöl). Weitere Informationen erhalten Sie auch bei Ihrer örtlichen Beratungsstelle.
Andere biologische Optionen können die Verwendung von Essig (Essigsäure) und Seifenmischungen oder eine Kombination aus beidem sein. Wenn diese „Herbizide“ auf Pflanzen gesprüht werden, verbrennen sie das Laub, aber nicht die Wurzeln, sodass eine erneute Anwendung erforderlich sein kann. Maisgluten ist eine gute Alternative, um das Wachstum von Unkraut zu verhindern, wirkt jedoch nicht gegen bereits vorhandenes Unkraut. Auch Mulch kann dazu beitragen, das Wachstum von Unkraut einzudämmen.
Hinweis: Chemische Bekämpfungsmittel sollten nur als letztes Mittel eingesetzt werden, da biologische Methoden sicherer und umweltfreundlicher sind.
Quellen:
- ? Allgemeines Informationsblatt zu Glyphosat Oregon State Extension Service
- Bundesgerichtsurteil zu Monsanto
- Überprüfung der Toxizität und Karzinogenität von Glyphosat
- Studie zeigt, dass Roundup Bienen tötet
- IARC/WHO-Bewertung von Insektiziden und Herbiziden 2015




