
Das Besprühen ist eine beliebte Methode, um die Luftfeuchtigkeit für Zimmerpflanzen zu erhöhen und ihre regelmäßige Bewässerung zu ergänzen.
Viele Zimmerpflanzen stammen aus tropischen Regionen und gedeihen daher bei hoher Luftfeuchtigkeit. Während eine Überwässerung von Zimmerpflanzen zu Wurzelfäule führen kann, ist das Besprühen eine schonendere Methode, um den Feuchtigkeitsgehalt aufrechtzuerhalten.
Durch Zugabe einiger einfacher Haushaltszutaten zum Wasser können Sie jedoch ganz einfach ein Blattspray herstellen, das zur Ernährung der Pflanzen, zur Abwehr von Schädlingen und zur Reinigung der Blätter beiträgt.
Einige Experten argumentieren, dass das Besprühen von Zimmerpflanzen nur zu einer vorübergehenden Erhöhung des Feuchtigkeitsgehalts führt und kein wesentlicher Bestandteil ihrer Pflege ist.
Meiner Erfahrung nach gedeihen jedoch viele Zimmerpflanzen besser, wenn sie regelmäßig besprüht werden. Daher war es für mich ein logischer nächster Schritt, das Sprühwasser zu nutzen, um eine zusätzliche Dosis Dünger und Schädlingsbekämpfungsmittel zu verabreichen.
Mit Blattsprays können Sie Pflanzen viel schneller mit Dünger versorgen als über die Wurzeln. Allerdings sollte die Lösung in der Regel stärker verdünnt sein als bei der Anwendung über den Boden.
Nicht alle Zimmerpflanzen sollten besprüht werden – insbesondere solche mit behaarten Blättern, wie z. B. Usambaraveilchen, sowie Kakteen und Sukkulenten, die in trockenen Umgebungen gedeihen. Die meisten Blattpflanzen profitieren jedoch davon, wenn sie ein- bis zweimal pro Woche besprüht werden.
Mein Rezept für ein natürliches Blatt-Sprühmittel für Zimmerpflanzen
Das Anmischen meines Blattsprays dauert nur wenige Minuten, und die Zutaten bewahre ich in meiner Speisekammer auf.
Ich beginne mit gefiltertem Leitungswasser, das ich zuvor entgasen lasse. Dadurch werden Chemikalien minimiert und die Gefahr von Kalkablagerungen auf den Blättern verringert. Alternativ kann man auch Regenwasser verwenden.
Dazu füge ich Melasse hinzu, einen Sirup, der als Nebenprodukt bei der Zuckerrohrproduktion anfällt. Er wird häufig zum Würzen von Süßigkeiten wie Lebkuchen verwendet und verleiht herzhaften Gerichten wie gebackenen Bohnen und gegrilltem Fleisch mehr Tiefe.
Melasse ist reich an Vitaminen und Mineralien wie Mangan, Magnesium, Kupfer, Kalzium, Eisen und Kalium und wird seit langem zur Düngung von Pflanzen verwendet.
Sie sollten Melasse in einem Verhältnis von 1-2 Esslöffeln pro Gallone Wasser verdünnen. Ich gebe einfach einen Teelöffel in eine mit Wasser gefüllte Sprühflasche.
Als Nächstes zerkleinere ich eine saubere, trockene Eierschale so fein wie möglich und gebe sie ins Wasser. Eierschalen liefern eine zusätzliche Dosis organisches Kalzium, und die meisten von uns haben immer einen Vorrat davon zur Hand.
Zum Schluss füge ich noch ein paar Tropfen ätherisches Öl hinzu – das verleiht einen angenehmen Duft, hält Schädlinge fern, hilft bei der Behandlung von Pilzkrankheiten und verleiht den Blättern sogar einen leichten Glanz.
Neemöl ist ein besonders gutes Mittel zur Schädlingsbekämpfung, aber auch andere ätherische Öle wie Lavendel und Rosmarin wirken gut.
Zum Schluss schüttele ich die Flasche gut durch, warte ein paar Stunden und mache mich dann daran, meinen Indoor-Dschungel zu besprühen.
Das Blattspray kann einmal pro Woche bedenkenlos angewendet werden. Wenn Sie es jedoch häufiger anwenden möchten, halbieren Sie die Dosierung der Inhaltsstoffe.

Weitere Inhaltsstoffe zum Ausprobieren
Probieren Sie doch einmal aus, Ihrem selbstgemachten Blattspray weitere Inhaltsstoffe hinzuzufügen.
Von Zeit zu Zeit – etwa alle ein bis zwei Monate – füge ich meinem Spray einen Teelöffel Bittersalz hinzu. Das Salz ist eine ausgezeichnete Quelle für Magnesiumsulfat und hilft im Allgemeinen, den Nährstoffgehalt auszugleichen und den pH-Wert des Bodens zu neutralisieren.
Wenn die Blätter Ihrer Pflanzen gelb werden und die Adern grün sind, deutet dies auf einen Magnesiummangel hin. Bittersalz wirkt hier Wunder, um diesen Mangel auszugleichen.
Allerdings müssen Sie vorsichtig sein, da eine übermäßige Verwendung von Bittersalz zu einer schädlichen Salzansammlung führen kann.
Ich habe auch versucht, meinem Blattspray eine verdünnte Lösung aus gebrauchtem Kaffeesatz beizufügen, was den Stickstoffgehalt erhöht. Dies kann einen Versuch wert sein, wenn Ihre Pflanzen blättrig sind und keine Blüten bilden.
Sie können auch einen Kräuter- oder Unkraut-Tee zubereiten, obwohl dies etwas länger dauert und unangenehm riechen kann.
Muss ich den Boden trotzdem düngen?
Die Verwendung eines Blattsprays hat viele Vorteile und ermöglicht es Ihnen, den engen Kontakt mit Ihren Zimmerpflanzen zu genießen. Es ergänzt jedoch die Düngung und ersetzt sie nicht.
Sie müssen dafür jedoch kein Geld ausgeben. In der Küche finden sich viele hochwirksame Düngemittel – von Bananen bis hin zu Gelatine.
Mein Lieblingstipp für das Gießen und Düngen von Zimmerpflanzen ist die Verwendung von (ungesalzenem) Kochwasser von Gemüse oder Nudeln – es ist reich an Nährstoffen wie Phosphor, Stickstoff, Eisen und Kalzium.
Lassen Sie es einfach abkühlen und verwenden Sie es anstelle von normalem Wasser.
Viel Spaß beim Pflanzenwachsen!




