
Das Leben im Mittelalter wird oft als Fantasiewelt mit märchenhaften Burgen, Prinzessinnen und gutaussehenden Rittern auf weißen Pferden dargestellt. In Wirklichkeit war das Leben hart und Hungersnöte waren selbst für die wohlhabende Oberschicht eine ständige Sorge. Es stimmt zwar, dass Gärten in dunklen Zeiten Schönheit und Erholung boten, aber noch wichtiger war, dass Gärten eine Grundvoraussetzung für das Überleben waren. Selbst Bauern, die nur ein kleines Stück Land besaßen, bauten Nahrungsmittel an, um sich für die kommenden Monate zu versorgen.
Wenn Sie sich fragen, wie Sie einen mittelalterlichen Garten anlegen können und welche mittelalterlichen Gartenpflanzen darin enthalten sein sollten, können Ihnen die folgenden Tipps helfen.
Mittelalterliche Gartengestaltung
Wenn Sie sich für mittelalterliche Gartengestaltung interessieren, denken Sie daran, dass Sie eine Idee auch ohne vollständige Authentizität umsetzen können. In der Regel ist es am besten, die Dinge einfach zu halten. Die meisten mittelalterlichen Gärten waren von Mauern oder Zäunen umgeben, die aus biegsamem Holz von Weiden, Hamamelis, Forsythien, Pflaumen oder Edelkastanien gebaut waren. Wenn ein Zaun nicht in Ihren Gartenplan passt, kann auch ein stabiles Spalier Bilder von mittelalterlicher Gartengestaltung hervorrufen.
Gärten wurden in verschiedene Bereiche unterteilt, beispielsweise einen für essbare Pflanzen, einen für Heilpflanzen und einen für Zierpflanzen. Ihr mittelalterlicher Garten könnte durch Stein- oder Kieswege unterteilt werden.
Königsfamilien genossen oft ummauerte, parkähnliche Gärten mit Baumreihen, Springbrunnen oder Teichen, in denen Karpfen oder andere Fische schwammen. In den Gärten lebten häufig Wildtiere aller Art, darunter Rehe, Kaninchen, Amseln, Stieglitze, Fasane und Rebhühner. Formschnittpflanzen waren ein beliebtes Element in königlichen Gärten.
In den Gärten der Oberschicht gab es fast immer Rasenbänke zum Entspannen und Plaudern. Die Bänke waren oft mit duftenden Kräutern wie Kamille oder kriechendem Thymian bepflanzt, die ein aromatisches Duftbouquet verströmten, wenn sie vom königlichen Hinterteil zerdrückt wurden. Die Bänke waren oft an Lauben oder Spalieren befestigt.
Mittelalterliche Gartenpflanzen
In der mittelalterlichen Gartengestaltung hatten viele Pflanzen mehr als eine Funktion, und es gab weniger Unterschiede zwischen den Pflanzen. Blumen konnten beispielsweise als Zierpflanzen, zum Kochen und als Heilmittel für Körper und Geist dienen.
Obst, Gemüse und Nüsse waren Grundnahrungsmittel in mittelalterlichen Gärten, und die meisten werden auch heute noch in modernen Gärten angebaut. Mittelalterliche Gärten enthielten viele der gleichen Kräuter, die wir heute verwenden, aber einige sind den meisten modernen Gärtnern weniger bekannt, wie zum Beispiel:
- Baumwoll-Distel
- Karline-Distel
- Avens
- Geburtswurz
- Iris
- Cupid‘
- Queller
- Labkraut
- Odermennig
- Mönchspfeffer
- Klatschmohn
- Bärenklau
- Skirret
- Orpine
Mittelalterliche Gartenblumen und Zierpflanzen
Die meisten mittelalterlichen Gartenblumen sind dieselben farbenfrohen, leicht zu züchtenden Pflanzen, die auch in unseren modernen Gärten zu finden sind, wie zum Beispiel:
- Buchsbaum
- Wacholder (auch als Heilpflanze verwendet)
- Rosen
- Ringelblumen
- Veilchen
- Primeln
- Akelei
- Lilie
- Iris
- Stockrosen




