
Das Klima der Erde verändert sich. Für die meisten Gärtner ist das nichts Neues. Wir sehen es in unseren Hinterhöfen, unseren Gärten und, wenn wir schon länger gärtnern, auch in der Aktualisierung der USDA-Winterhärtezonen im Jahr 2012. Als die Karte neu gezeichnet wurde, änderte sich für fast die Hälfte der kontinentalen USA die Winterhärtezone. Viele glauben, dass dies auf den Klimawandel zurückzuführen ist.
Was ist die USDA-Karte der Winterhärtezonen?
Die Karte der Winterhärtezonen wurde erstmals 1960 vom US-Landwirtschaftsministerium veröffentlicht und zeigt die durchschnittliche jährliche Mindesttemperatur für ein Gebiet. Die erste Karte war in 10 Zonen unterteilt, wobei jede Zone einen Temperaturbereich von 10 Grad (Fahrenheit) repräsentierte. Beispielsweise liegt die durchschnittliche jährliche Mindesttemperatur für Zone 1 zwischen -50 und -60 Grad Fahrenheit oder -51,1 und -45,6 Grad Celsius.
Seitdem wurden der USDA-Karte der Winterhärtezonen die Zonen 11 bis 13 hinzugefügt. Jede nummerierte Zone wurde außerdem in die Zonen „a” und „b” unterteilt. Es wurden Daten von mehr Wetterstationen gesammelt und ausgefeiltere Datenanalysemethoden eingesetzt. Dies hat im Laufe der Zeit zu gegensätzlichen Verschiebungen der Winterhärtezonen geführt.
Pflanzenwinterhärtezonen: Klimawandel
Seit ihrer Einführung im Jahr 1960 wurde die USDA-Winterhärtekarte zweimal aktualisiert. Einmal im Jahr 1990 und erneut im Jahr 2012. Einige der bei diesen Aktualisierungen festgestellten Verschiebungen waren auf die Art und Weise zurückzuführen, wie Daten gesammelt, erfasst und analysiert wurden. Andere Veränderungen lassen sich jedoch auf wärmere Wintertiefsttemperaturen zurückführen.
Noch wichtiger ist, dass aktuelle Daten zukünftige Verschiebungen der Winterhärtezonen vorhersagen, da die durchschnittlichen jährlichen Tiefsttemperaturen weiter steigen. Es ist jedoch unwahrscheinlich, dass Gärtner bald eine aktualisierte Winterhärtezonenkarte zu sehen bekommen.
Anpassung an sich verändernde Winterhärtezonen
Einige wissenschaftliche Modelle zeigen, dass sich die USDA-Winterhärtezonen mit einer Geschwindigkeit von 13,3 Meilen pro Jahrzehnt nach Norden verschieben. Anhand dieser Werte haben Forscher der University of Idaho berechnet, dass bis 2070 Nutzpflanzen wie Mandeln, Kiwis und Orangen in einem größeren Gebiet der kontinentalen USA angebaut werden könnten.
Das bedeutet zwar nicht, dass Gärtner in Alaska bald Orangen anbauen werden, aber es bedeutet, dass mehrjährige Pflanzen, die in einem Gebiet bisher nur eine geringe Winterhärte hatten, in Zukunft in diesem Gebiet eher überleben werden. Experten warnen jedoch davor, dass Winterhärte mehr ist als eine Zone, die durch den Durchschnitt der jährlichen Mindesttemperaturen definiert ist.
Wenn Sie beispielsweise in Zone 6 leben, gibt die USDA-Winterhärtekarte Ihre durchschnittliche jährliche Tiefsttemperatur mit 0 bis -10 Grad Fahrenheit an. (-23,3 bis -17,8 °C). Das bedeutet jedoch nicht, dass es jeden Winter zu einem Kälteeinbruch kommt, bei dem die Temperaturen in diesen Bereich fallen, und es garantiert auch nicht, dass die Temperatur niemals unter -10 °F sinkt.
Bei diesen extremen Winterwetterereignissen sind mehrjährige Pflanzen am anfälligsten für Kälteschäden. Darüber hinaus kann ein früher Kälteeinbruch im Herbst oder ein später Kälteeinbruch im Frühjahr dazu führen, dass Pflanzen nicht auf die Kälte vorbereitet sind. Experten zufolge deuten Klimawandelprognosen auf eine Zunahme dieser Art von extremen Wetterereignissen hin.
Unter dem Strich lautet die Empfehlung, bis zur Veröffentlichung einer aktualisierten Karte mit neuen Winterhärtezonen weiterhin die aktuelle Karte zu verwenden, um Pflanzen zu kaufen, die in Ihrer Region wintertauglich sind. Und obwohl es für Gärtner wichtig ist, sich bewusst zu sein, dass sich die Winterhärtezonen verschieben, sind sich Experten einig, dass diese Karten nur ein Werkzeug im Arsenal eines Gärtners sind. Das Verständnis des Mikroklimas Ihres Grundstücks und die Pflanzung der richtigen Pflanze am richtigen Ort haben einen ebenso großen, wenn nicht sogar größeren Einfluss auf den Erfolg.




