
Wir alle entdecken gerade die heilende Kraft von Pflanzen und Blumen. Viele der Pflanzen, die wir züchten, haben das Potenzial, als Heilmittel zu wirken und gleichzeitig die Stimmung nachhaltig zu verbessern. Selbst die einfachsten Blumenarrangements (oder Sträuße) haben eine transformative Kraft. Und obwohl diese kleinen duftenden Arrangements harmlos erscheinen, haben sie eine verborgene Tiefe, die Jahrhunderte zurückreicht.
Es mag Sie überraschen, dass mittelalterliche Nosegays seit langem mit der Bekämpfung weit verbreiteter Krankheiten in Verbindung gebracht werden. Angesichts der aktuellen Situation mit Covid-19 ist es wichtig zu wissen, dass Epidemien und Pandemien nichts Neues sind. Dank der modernen Medizin hat sich die Art und Weise, wie wir diese Krankheiten bekämpfen, verändert. Heutzutage können wir impfen und Masken tragen, um eine Ausbreitung in der Bevölkerung zu verhindern. Im Mittelalter glaubten die Menschen jedoch, dass Blumensträuße diese Aufgabe erfüllen würden.
Die Geschichte des mittelalterlichen Blumenstraußes
Obwohl Blumensträuße während der viktorianischen Ära an Popularität gewannen, reicht ihre Geschichte viel weiter zurück. In England lassen sich diese Sträuße mindestens bis ins 15. Jahrhundert zurückverfolgen. Ein mittelalterlicher Nosegay wurde gemeinhin als Tussie-Mussie oder Tusemose bezeichnet. Er bestand aus einem Blumensträußchen (Tuse), das mit feuchtem Moos (Mose) umwickelt war.
Diese kleinen Sträuße wurden getragen oder mitgeführt, um die üblen Gerüche zu bekämpfen, die oft mit dem Leben in der Stadt verbunden waren. Die Straßen mittelalterlicher Städte waren oft mit Pferdemist und Müll übersät. Aufgrund mangelnder Hygiene waren Krankheiten wie Ruhr, Typhus und Lepra in Städten häufiger anzutreffen als in ländlichen Gebieten.
Die mittelalterlichen Gesellschaften brachten jedoch den Mangel an Hygiene nicht mit diesen höheren Krankheitsraten in Verbindung. Stattdessen glaubten sie, dass der Gestank die Ursache für Krankheiten sei. Sie dachten, dass das Einatmen des süßen Duftes eines mittelalterlichen Blumenstraußes die schlechte Luft überwältigen und sie gesund halten würde. So kam es zu einer Verbindung zwischen Blumensträußen und der Pest – und einfache Gartenblumen wurden zum Synonym für gute Gesundheit.
Blumensträuße und die Pest
Erinnern Sie sich an das Kinderlied „Ring Around the Rosie”? Dieser bekannte Reim wird oft mit der Beulenpest (auch bekannt als „Schwarzer Tod”) in Verbindung gebracht. Der Schwarze Tod war eine der tödlichsten Pandemien in der Geschichte der Menschheit. Er kam in Wellen, dauerte Jahrhunderte und tötete Millionen Menschen in Europa, Asien und Afrika.
Der Erreger der Beulenpest wurde schließlich als das Bakterium Yersinia pestis identifiziert. Obwohl sich die Pest durch Flohbisse, Kontakt mit infiziertem Gewebe oder durch Einatmen von Atemtröpfchen verbreitet, glaubten die Gesellschaften des Mittelalters, dass das Einatmen des Gestanks des Stadtlebens sie krank machen würde. Ihre Lösung bestand darin, den süßen Duft eines mittelalterlichen Blumenstraußes einzuatmen.
Während wir heute die stimmungsaufhellende Wirkung von Blumensträußen schätzen, galten sie früher als wirksames Mittel zur Vorbeugung von Infektionen. Auch mittelalterliche Ärzte vertrauten auf Blumensträuße, um Gerüche abzuwehren, von denen man glaubte, dass sie Krankheiten verbreiten. Bei der Behandlung von Pestpatienten trugen sie lange Mäntel und Lederhandschuhe. Der auffälligste Teil ihrer Schutzkleidung waren schnabelartige Masken, die mit duftenden Blumen und Kräutern gefüllt waren.
Wie man einen mittelalterlichen Blumenstrauß herstellt
Heute wissen wir, dass Blumensträuße uns nicht vor Krankheiten wie Covid-19 schützen. Aber sie heben zweifellos die Stimmung. Es ist ganz einfach, eigene Nasenblumensträuße aus Pflanzen herzustellen, die gut für die psychische Gesundheit und das Wohlbefinden sind. Unabhängig davon, ob Sie Garten-Geschenke für die Quarantäne benötigen oder nicht, ist die Herstellung eines Tussie-Mussie immer noch ein unterhaltsames Gartenprojekt – und sie duften auch noch fantastisch.
Wenn Sie diese Anleitung zum Basteln eines Nosegays befolgen, werden Ihnen vielleicht Ähnlichkeiten mit modernen Brautsträußen und Anstecksträußen auffallen. Das ist kein Zufall – Hochzeitsblumen und Tussie-Mussies wurden während der viktorianischen Ära miteinander verflochten. Hier erfahren Sie, wie Sie Ihre eigenen Sträuße basteln können.
Nosegay in drei einfachen Schritten basteln

1. Pflücken Sie eine Auswahl duftender Gartenblumen und Kräuter mit kontrastierenden oder sich ergänzenden Farben. Beispiele sind Rosen, Lavendel, Nelken, Schafgarbe, Rosmarin, Zitronenmelisse und Minze.

2. Wählen Sie ein bis drei große, zueinander passende Blumen als Blickfang für das Arrangement. Umgeben Sie diese mit kleineren, duftenden Blüten. Fügen Sie dann eine Schicht Kräuter am Rand hinzu.

3. Verwenden Sie ein Gummiband, eine Schnur oder einen Faden, um den Strauß zusammenzuhalten. Schneiden Sie die Stiele der Blumen und Kräuter einige Zentimeter unterhalb des Gummibands ab und fügen Sie ein dekoratives Band hinzu. Und schon haben Sie Ihren eigenen mittelalterlichen Blumenstrauß!




